Wir haben Kopfläuse - was nun?

41447022 s1Die Kopflaus ist ein flügelloses Insekt aus der Ordnung der Tierläuse (Phthiraptera) und aus der Familie der Menschenläuse (Pediculidae). Ihr  wissenschaftlicher Name ist "Pediculus humanus capitis" und sie befällt, wie der Name schon sagt, ausschließlich den Menschen. Ein Kopflausbefall wird auch Pedikulose genannt.

Die Kopflaus besitzt 6 Beine, die am Oberkörper angebracht sind und sie wird 2 bis 3,5 mm groß. Sie hat pigmentierte, d. h. farbige Augen, die Körperunterseite ist in sieben Abschnitte unterteilt. Auf jeder Körperseite dieser Abschnitte befindet sich eine Atemöffnung, ein weiteres Paar findet man im Bereich des Oberkörpers. Diese Atemöffnungen haben einen Durchmesser von weniger als 10 µm und versorgen die inneren Organe mit Sauerstoff.

Auf der Körperoberseite trägt die Kopflaus einen Panzer aus Chitin, der transparent, weißlich-gräulich oder auch bräunlich sein kann. Er hat sich im Laufe der Evolution an hell- bzw. dunkelhäutige Bevölkerungsgruppen angepasst, damit man die Tiere nicht so schnell entdecken kann.Die Endglieder der sechs Beine sind haken- oder klauenförmig. Damit krallt sich die Laus fest und hangelt sich so von Haar zu Haar. Dadurch kann sie auch auf einen anderen Kopf wechseln, wenn dieser dicht genug herankommt.

806628 sKopfläuse besitzen stilettartige Fortsetzungen am Kopf, mit denen sie die oberste Hautschicht einritzen und aus der eröffneten Kapillare Blut saugen. Gleichzeitig spritzen sie Speichel in die mikroskopisch kleine Wunde, um die Blutgerinnung zu unterbinden. Nach dem Blutsaugen erscheinen die Läuse rötlich, da das gesaugte Blut im Verdauungstrakt durch den Panzer schimmert.

Weibliche Läuse sind etwas größer als männliche und können ohne Befruchtung entwicklungsfähige Eier legen. Im  Laufe ihres Lebens, das, die Entwicklung im Ei miteingerechnet, 20 bis 30 Tage dauert, legt die Kopflaus ca. 150 bis 300 tropfenförmige Eier in einer gräulich-bräunlichen Farbe. Diese werden mit einem Sekret, das zu einer zementartigen Substanz aushärtet, nahe an die Kopfhaut in einem spitzen Winkel an ein Haar geklebt und sind ca. 0,8 mm groß.
Bevorzugt werden Stellen, wo die Haare besonders dicht zusammenstehen: an der Schläfe, hinter den Ohren und im Nacken. Die Eier entwicklen sich optimal bei einer Temperatur von 34 - 36 Grad C und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Das sind Bedingungen, wie sie auf der Kopfhaut vorherrschen.  Eine kleine Öffnung an der Spitze sorgt für den Gasaustausch im Ei.
Innerhalb von 7 bis 8, spätestens nach 10 Tagen, schlüpfen die jungen Läuse, die man auch Nymphen nennt, da sie bereits wie erwachsene Läuse aussehen, jedoch mit 1 bis 2 mm Länge viel kleiner sind. Die leeren Eihüllen, die jetzt weißlich erscheinen, werden Nissen genannt. Die Nymphen durchleben drei Entwicklungsstadien und wechseln während dieser Zeit nicht den Wirtskopf. Von ihnen geht also noch keine Ansteckungsgefahr aus. Nach 9 bis 12 Tagen sind sie geschlechtsreif und legen nach weiteren zwei Tagen die ersten Eier.
Erst jetzt, mit der Geschlechtsreife, beginnt die erwachsene Laus, sich aktiv zu bewegen und von Haar zu Haar zu hangeln. Da Läuse von Natur aus ihren Lebensraum nicht freiwillig verlassen, erfolgt eine Übertragung hauptsächlich bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch, indem sie von Haar zu Haar überwandern.
Läuse ernähren sich ausschließlich von menschlichem Blut und müssen alle 2 bis 4 Stunden Blut saugen. Anderenfalls sterben sie innerhalb von drei Tagen.

 

Wir haben Kopfläuse - was nun?

Kopfläuse sind weltweit verbreitet und wurden bereits in 8000 bis 10.000 Jahre alten Textilien, Haaren und Kämmen identifiziert. Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene und Mädchen öfter als Jungen, was aber auf alters- und geschlechtsspezifisches Verhalten zurückzuführen ist: Kinder und besonders Mädchen stecken eher mal die Köpfe zusammen.
Kopflausbefall hat auch nichts mit Körperhygiene zu tun. Kopflausbefallene Haare, die oft gewaschen werden, haben eigentlich nur besonders saubere Läuse. Er kann Menschen aus allen Bevölkerungsschichten treffen, unabhängig davon, wie oft die Haare gewaschen werden. Läuse und Eier lassen sich durch einfaches Haarewaschen nicht entfernen.

Eine Infektion tritt meistens in Form von Kleinepidemien in Kindergärten und Schulen auf. Die Übertragung erfolgt (fast) ausschließlich nur durch eine Person, die Kopfläuse hat. 
Kopfkissen, Handtücher oder Kämme sind theoretische Überträger, aber in der Praxis eher die Ausnahme. Mützen, Kuscheltiere, Sitzgarnituren, Teppichböden oder Kopfstützen, sowie glatte Oberflächen sind als Infektionsquelle ungeeignet. Das hat eine Studie gezeigt, in der Forscher 1000 Kopfbedeckungen von infizierten Kindern untersuchten und darin keine einzige Laus fanden.

41887877 sDas Immunsystem der Haut erkennt Bestandteile des Läusespeichels als fremd und reagiert darauf mit einer Immunreaktion vom verzögerten Typ. D. h. beim Erstbefall treten erst nach 3 bis 5 Wochen die ersten Krankheitszeichen auf. Diese zeigen sich als kleine Schwellungen (Papeln) auf der Kopfhaut, die stark jucken und sich durch Kratzen entzünden können.
Das bedeutet aber auch, dass oft erst zu diesem Zeitpunkt ein Kopflausbefall erkannt wird. Man kann davon ausgehen, dass bereits andere Personen während der symptomfreien Zeit angesteckt worden sind. Bei einem erneuten Befall treten die Reaktionen bereits nach ca. 48 Stunden auf.Ein Verdacht auf Kopflausbefall kommt üblicherweise auf, wenn

  • beim Kämmen zufällig eine Laus vom Kopf fällt
  • die Person sich auffällig oft am Kopf kratzt
  • man zufällig genauer hinsieht und Läuse oder deren Eier bzw. leere Eihüllen (Nissen) entdeckt.

In Europa sind bei ca. 80 % der Betroffenen weniger als 10 Läuse zu finden. Man erkennt einen Kopflausbefall am ehesten durch die Entdeckung von Nissen.

 

Folgende Punkte sind bei einem Verdacht auf Kopflausbefall wichtig
1. Symptome richtig deuten

Ein charakteristisches Symptom kann auffälliges und häufiges Kratzen am Kopf sein. Folgende Methoden eignen sich zum Nachweis bzw. zum Ausschluss eines Kopflausbefalls:47562209 s

    • Durchsuchen Sie das Haar mit einer Lupe nach Läusen und Nissen. Falschen Alarm könnte es geben, wenn man Schuppen und/oder Shampoo-Reste etc. im Haar findet, die sich einfach abstreifen oder auf dem Haar hin und her schieben lassen. Mit Nissen ist das nicht möglich. Sie kleben, wegen der zement- artigen Substanz, die die Laus beim Legen absondert, so fest, dass sie sich nicht verschieben lassen. 

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  • Tragen Sie in das Haar nach dem Waschen Haarspülung auf. Kämmen Sie nun das Haar mit einem engzinkigen Kamm Strähne für Strähne, vom Haaransatz ausgehend, aus.

Streifen Sie den Kamm nach jeder Strähne auf einem weißen Papier oder Tuch aus und suchen Sie nach Läusen, am besten mit einer Lupe. Weißliche oder weiß-gräuliche Bestandteile sind Schuppen oder eingetrocknete Shampoo-Reste, Nissen lassen sich mit dieser Methode nicht abstreifen. Kontrollieren sie nach dem Ausspülen noch einmal.Bei positivem Befund unbedingt auch andere Familienmitglieder untersuchen. 
Nissen im Haar nach einer vor einigen Wochen erfolgreich durchgeführten Behandlung sind kein Anzeichen für eine Neuinfektion! Befinden sich die Nissen in einem Abstand von mindestens 1 cm zur Kopfhaut, so handelt es sich um leere Eihüllen aus der vorherigen Infektion. Von ihnen geht keine Gefahr mehr aus.

2. Therapie einleiten

Behandeln Sie die Haare mit einem behördlich anerkannten Mittel zur Läusevernichtung und beachten Sie strikt die Anwendungshinweise. Dadurch werden alle lebenden Läuse abgetötet. Beachten Sie die Therapie-Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) nach folgendem Behandlungsschema:
schema

  • Tag 1:  Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen.
  • Tag 5:  Nass auszukämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind
  • Tag 8, 9 oder 10:  Erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten
  • Tag 13:  Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen
  • Tag 17:  Evtl. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.


Während der Schwangerschaft und Stillzeit, sowie bei Säuglingen dürfen keine chemisch wirksamen Mittel angewendet werden. Hier wird empfohlen, alle vier Tage über einen Zeitraum von zwei Wochen nass auszukämmen.

3. Anwendungsfehler vermeiden

Anwendungsfehler können sein:

  • zu geringe Mittelanwendung
  • Unterschreitung der Anwendungszeit
  • Wirkstoffverdünnung durch Anwendung auf nassem Haar.

4. Hygienemaßnahmen ergreifen

Obwohl auf Gebrauchutensilien bisher keine Läuse nachgewiesen wurden, können Sie vorsorglich

  • Polstermöbel und Teppiche staubsaugen,
  • Kleidung, Kopfbedeckungen und Bettwäsche bei 60 Grad C waschen.
  • Kämme und Bürsten mit einer alten Zahnbürste o. ä. reinigen und sie für eine Woche zur Seite legen.
  • Haarspangen und Haargummis mit heißer Seifenlösung behandeln.
  • nicht waschbare Utensilien, wie Stofftiere o. ä. für 3 Tage in einem Plastiksack zur Seite stellen.

Eine gründliche Reinigung der Umgebung ist normalerweise nicht erforderlich. Läuse springen nicht und können sich auf glatten Oberflächen nur sehr unbeholfen fortbewegen. Da sie keine Nahrung finden, sterben sie innerhalb kurzer Zeit.

Wichtiger als alle Reinigungsmaßnahmen sind regelmäßige Kontrollen aller Familienmitglieder nach oben genannter Methode!

5. Schule und/oder Kindergarten informieren

Die Läuse-Infektion müssen Sie dem Kindergarten und/oder der Schule mitteilen. Sobald ein Kind mit einem behördlich anerkannten Mittel behandelt wurde, darf es die Einrichtung wieder besuchen, da ja keine lebenden Läuse mehr vorhanden sind. Die eventuell neu geschlüpften Nymphen sind erst nach der Geschlechtsreife so beweglich, dass Sie den Kopf des Kindes verlassen können. Bis dahin sollte aber wieder behandelt worden sein. Ein ärztliches Attest ist erst nach wiederholtem Auftreten innerhalb von vier Wochen nötig.

erklaerungVorbeugung?

Man kann gegen Kopfläuse nicht vorbeugen, doch es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, die man ergreifen kann:

  • lange Haare zu einem Zopf flechten
  • Kappe, Hut oder Mütze tragen
  • engen Körperkontakt einschränken
  • regelmäßig nach dem Auftragen einer Haarspülung mit einem engzinkigen Kamm den Kopf überprüfen

Nebenstehende Erklärung finden Sie auch hier  als pdf symbol - Datei zum Download.






Sie haben Fragen zur Behandlung bei Kopflausbefall? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne! Ihre Cusanus Apotheke
 
 
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